Logo HilfebeiSucht.de
Logo HilfebeiSucht.de

Esssucht – Selbsthass und Verzweiflung

Selbsthass ist bei Esssucht weit verbreitet. Selbsthass und negative Selbstwahrnehmung spielen bei Esssucht eine große Rolle.

  • Du schaust in den Spiegel und fühlst dich unwohl, weil du nicht zufrieden mit deinem Äußeren bist.
  • Du ärgerst dich jedes Mal, wenn du wieder übervoll auf dem Sofa sitzt und glaubst, dass du gleich platzest, weil du Schwierigkeiten hast, deinen Essimpulsen zu widerstehen.
  • Du verzweifelst, wenn du all die leeren Verpackungen siehst, nachdem du das Essen in dich hineingestopft hast, und es fühlt sich so an, als könntest du einfach nicht aufhören.
  • Du kommst einfach nicht los von diesem ungesunden Verhalten. Du sagst dir immer wieder, jetzt hörst du damit auf. Und dann isst du doch wieder und bist verzweifelt.

In solchen Momenten fällt es schwer, sich selbst positiv zu sehen!

Verzweiflung bei Esssucht ist normal.

Gegen den Selbsthass und die Verzweiflung hilft vielleicht, wenn du dir sagst, dass die Esssucht wie eine Krankheit ist. Etwas, das du ja nicht absichtlich machst.

Überleg mal: Wenn du wirklich so schlecht wärst, dann könntest du dich ja gar nicht hassen. Denn der Selbsthass ist ja eigentlich ein Zeichen dafür, dass du am liebsten ganz anders wärst.

Du willst ja los von der Esssucht, du bist ja verzweifelt, weil du es nicht schaffst.

Aber jemand, der eine Lungenentzündung hat, braucht Medikamente, um davon loszukommen. Er hat sich die Lungenentzündung ja nicht ausgesucht und es macht keinen Sinn, sich dafür selbst zu hassen, dass man immer wieder husten muss und alleine nicht davon loskommt.

Genauso ist das auch bei der Esssucht.

Verzweiflung und Selbsthass bei Esssüchtigen sind also verständlich. Trotzdem solltest du versuchen, die Situation einmal so zu sehen, wie wir es gerade beschrieben haben. Und dann etwas dagegen unternehmen.

Gegen Esssucht hilft aber nicht einfach nur der gute Wille. Du brauchst ein Selbsthilfeprogramm wie das Hilfe-bei-Sucht-Programm oder direkt die psychologische Beratung bei spezialisierten Therapeuten.

Wenn du es einfach nur mit festem Willen und guten Vorsätzen versuchst, dann ist das so, als würdest du bei einer Lungenentzündung sagen: Ich ziehe mir jetzt etwas Wärmeres an, dann geht das Husten schon wieder weg. Das funktioniert nicht, und so ist es auch bei der Esssucht.

Der Selbsthass verschwindet nämlich erst dann,

  • wenn du Schritt für Schritt mit dem übermäßigen Essen aufhörst.
  • Wenn du verstehst, warum du überhaupt all die Jahre dieses ungesunde Verhalten an den Tag gelegt hast und dich immer mehr hineingesteigert hast.
  • Wenn du lernst, wie du Nein zum übermäßigen Essen sagst und dich nicht mehr vollstopfst, bis dir übel ist. Je mehr Fortschritte du machst und je besser du mit dir selbst umgehst, desto mehr verbessert sich auch dein Selbstbild und du kommst über den Selbsthass und die Verzweiflung hinweg.

Mit unserem Programm lernst du das recht schnell, das heißt, in ca. acht Wochen.

Einigen ist das vielleicht zu langsam, aber Moment mal! Versuche jetzt nicht schon wieder, von heute auf morgen von der Sucht wegzukommen. Mittlerweile solltest du doch gemerkt haben, dass das nicht funktioniert.

Mach es lieber einmal richtig, etwas langsamer und gründlicher, aber dafür dann auch auf Dauer erfolgreich. Und was sind schon acht Wochen, wenn du dein ganzes Leben noch vor dir hast?

Jedenfalls versprechen wir hier nichts, was wir nicht halten können. Eine Esssucht innerhalb von ein paar Tagen zu überwinden, das geht nicht. Du brauchst schon ein bisschen Zeit.

Und vor allem, so wie das Gehirn funktioniert (wir erklären es ausführlich im Programm), ist es viel sinnvoller, die Menge an Essen jede Woche ein bisschen mehr zu reduzieren.

Also nicht alles von heute auf morgen, sondern besser Schritt für Schritt. Damit sich der Körper daran gewöhnen kann und du keine Entzugserscheinungen bekommst. Man kann aus einer Esssucht durchaus wieder herauskommen.

Selbsthass und Verzweiflung sind verständlich, müssen aber nicht sein.